Epitaph für die Gegenwart - Martin Gerstenberg
Epitaph für die Gegenwart
Martin Gerstenberg
2017
Durch das Aufgreifen archaisch wirkender Gestaltungselemente wird der seit jeher bestehende Wunsch nach geistiger Innenschau und Neuausrichtung betont. Zum anderen wird ein Kontrast zur zeitgenössischen Umgebung gesetzt, der es oft an solchen Haltungen mangelt, in der kaum Freiräume für utopische Sichtweisen bleiben und Visionen als „krankhaft“ verspottet werden.
Die Installation erinnert daran, dass die Gegenwart immer erst überwunden werden muss, um in eine bessere Zukunft zu gelangen. Da diese im Sinne wirklicher Utopie letztendlich aber nie erreicht werden kann, sondern immer neu in der Zukunft liegt, ist dies ein fortwährender Prozess. Die Besucher_innen sind eingeladen, die eigenen Einflussmöglichkeiten in diesem Prozess zu bedenken und zum Zeichen der Bereitschaft Vergangenes zurückzulassen, eine kleine Opfergabe (Münzen, Blumen, kleine Gegenstände) vor dem Epitaph abzulegen.
Martin Gerstenberg ist 1981 in Landshut, Deutschland geboren und hat Kommunikationsdesign an der FH Augsburg studiert. In seinen Arbeiten verbindet er Elemente der Street Art und Outsider Art mit traditionellen Elementen der Malerei und Skulptur. Die unterschiedliche Energie und Geschichte verschiedener Kunstformen werden in den Arbeiten experimentell zusammengefasst und damit kulturelles Up-Cycling betrieben.